Well Done

In einem gemeinsamen Projekt mit der Verbraucherzentrale NRW ging es um innovative Kommunikationsmedien zum Thema »Wertschätzung für Fleisch«.  Der durchschnittliche Fleischkonsum der Deutschen ist viel zu hoch. Das ist sowohl aus ethischen als auch aus gesundheitlichen, ökologischen und ökonomischen Gründen fragwürdig. Gleichzeitig zielen viele Kampagnen auf Verbote, Schockbilder und andere Moralisierungen, die den durchschnittlichen Fleischkonsumenten in der Regel nicht erreichen.

Ina Sistig, Studentin für Kommunikationsdesign im 8. Semester, beschreitet mit ihrer Bildstrecke »Natura Morta« daher neue Wege, um insbesondere die bildungsbürgerliche Mittelschicht zu erreichen, die viel Wert auf Qualität und Kultur legt – aber ihr Fleisch trotzdem gern so billig wie möglich einkauft.

Dafür greift sie auf die bekannten barocken Stilleben zurück, die Geschichten von Üppigkeit, Genuss und Vergänglichkeit erzählen – und ersetzt in ihren musealen Inszenierungen das Fleisch durch unser heutiges, lieblos verpacktes Billigfleisch. Diese Irritation visualisiert die Absurdität dieser Ernährungsgewohnheiten. Die Bilder spiegeln damit das Aufgeben von Qualität, Werten und Tradition: Für uns ist heute Ramsch, was früher wertig und besonderen Anlässen vorbehalten war.

Die Arbeit von Ina Sistig wurde von der Verbraucherzentrale NRW mit dem 1. Preis bei dem Wettbewerb »Well Done – Fleisch und Nachhaltigkeit« ausgezeichnet.